
Kronen Zeitung
HEIMVORTEIL AUSWÄRTS?
Sturms Trainer baut in Tirol auf den Fan-Faktor
Wie Sturm-Coach Fabio Ingolitsch beim Gastspiel in Tirol auch auswärts endlich anschreiben will. Wieso die Grazer Fans einen Orden verdienen und warum Stürmer-Neuzugang Rory Wilson noch zu „britisch“ denkt.
Klappt es nun auch endlich auswärts, Herr Ingolitsch? Seit der Salzburger Sturm-Trainer ist, hat er je zweimal gewonnen und verloren. Die Siege feierte er mit dem 1:0 in der Europa League gegen Bergen und dem 1:0 im Liga-Spiel gegen Ried zuhause.
Lob an die eigenen Fans
Sowohl in der Europa League (0:3 bei Feyenoord) als auch im ÖFB-Cup (1:3 gegen Altach) setzte es hingegen herbe Pleiten. „Es war ein Riesenpunkt von uns, dass wir unsere Heimschwäche in eine Heimstärke ummünzen. Das ist wichtig für die Stadt, die Fans und das Miteinander“, sagt Ingolitsch, der den Sturm-Knofeln nach dem Ried-Match gerne einen Orden verliehen hätte: „Es war echt kein schönes Fußballspiel und sie haben uns trotzdem bis zum Ende unterstützt.“
Auch deshalb hofft Ingolitsch auf einen „Heimvorteil“ beim Auswärtsspiel in Tirol. 300 Sturm-Anhänger haben sich für die Partie angesagt. „Im oft so leeren Stadion in Innsbruck habe ich die Hoffnung, dass das Spiel zu einem kleinen Heimspiel wird.“
Langer Schatten der Geschichte
Dass Sturm seit 1970 gegen die WSG Tirol auswärts kein Spiel mehr verloren hat, misst Ingolitsch keine große Bedeutung zu: „Bis 2025 hat die WSG auch kein Spiel in Graz gewonnen und Sturm dann beim 3:1 im Dezember eines Besseren belehrt“, warnt der Coach, der einige Parallelen mit Tirol-Trainer Philipp Semlic aufweist: „Wir haben einige Teile unserer Trainerausbildung zusammen absolviert. Wir sind beide über die Akademie und die Zweite Liga in die Bundesliga gekommen. Ich freue mich schon auf das Duell“, schmunzelt der 33-Jährige, dem gegen Tirol Filip Rozga (Muskelverletzung) und Neo-Stürmer Rory Wilson fehlen.
„Rory wird ein Testspiel mit der zweiten Mannschaft bestreiten, soll den Fußball in Österreich einmal kennenlernen. Er ist das erste Mal weg von der Insel“, sagt Ingolitsch, der noch kleine Anpassungsschwierigkeiten beim Briten ausgemacht hat: „Beim Autofahren ist er beim ersten Mal noch auf der falschen Seite eingestiegen. Es ist alles noch etwas neu für ihn.“
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